• Erstellt von Uwe Korte

25 Mitarbeiter der DLRG Ortsgruppe Recklinghausen waren am letzten Samstag in ungewohnter Umgebung anzutreffen. Sie hatten sich in der Sporthalle getroffen, um in Theorie und Praxis zu erfahren, wie sie in unangenehmen oder gefährlichen Situationen reagieren können.

Dabei geht es nicht nur um die allgemein zunehmenden Ausschreitungen gegen Rettungskräfte, auch in vielen anderen Situationen sind DLRG Mitarbeiter potenzielle Opfer aggressiven Verhaltens. Das fängt beim Wachdienst an den Küsten und in den Freibädern an, erstreckt sich über das wöchentliche Training und die vielen externen Ausbildungen im Schwimmen und Rettungsschwimmen und geht bis zu Teilnehmer- und Elterngesprächen, die die Trainer und Übungsleiter regelmäßig führen. "Wir wollen alle unsere Mitarbeiter optimal vorbereiten und schützen.", so DLRG-Vorsitzender Gerhard Weiling. "Daher haben wir dieses Training nicht nur für die erwachsenen Ausbilder, sondern auch für unsere jugendlichen Helfer gebucht, damit sie in ihren Kursen selbstbewusst auftreten können."

Dabei liegt der Focus gar nicht auf Stärke und körperlicher Überlegenheit. "Im Vordergrund steht die Vermeidung und die Fähigkeit, kritische Situationen kontrollieren zu können.", erklärt der Deeskalationstrainer Holger Swat. In seiner Kampfkunst- und Selbstverteidigungsschule (www.wingtsun-recklinghausen.de) geht es natürlich auch um Selbstverteidigungstechniken, aber das erste Ziel sind Gewaltprävention und eigene Sicherheit. "Unsere Gewaltpräventionskurse sorgen dafür, dass alle Teilnehmer ihr Selbstbewusstsein deutlich steigern. Sie bekommen die Möglichkeit, Konfliktsituationen erfolgreich zu bewältigen und ihr Leben gewaltfrei zu gestalten. Somit werden sie weder Opfer noch Täter von Gewalttaten.", erklärt der Fachtrainer für Kids-WingTsun.

Daher gab es zum Auftakt auch eine Menge Theorie: das Erkennen und Vermeiden gefährlicher Situationen, der bewusste Einsatz der Körpersprache und geeignete Ausweichstrategien sind Grundlage für eine erfolgreiche Deeskalation. Erste praktische Übungen machten den Teilnehmern deutlich, wie Sie mit einfachsten Mitteln einem aggressiven Verhalten begegnen können. Darüber hinaus wurden deeskalierende Mittel eingeübt. Die Wasserretter lernen, was sie auf provozierenden Fragen antworten können, wo man hinschauen muss und wie sie mit verbalen Attacken, Zeigen und Schubsen umgehen sollten.

Alle waren sich einig, dass die hier erlernten Grundlagen nicht nur bei der DLRG Arbeit, sondern auch in Beruf und Freizeit von großem Nutzen sein können und freuen sich, wenn es in der kommenden Woche im zweiten Teil mit praktischen Übungen weitergeht. Dann geht es darum, mit einfach erlernbaren Techniken aus dem "BlitzDefence"-Programm die Kontrolle zu behalten und verteidigungsfähig zu bleiben.